Momentan wird eine strategische Kooperation zwischen den beiden Energieriesen RWE und Gazprom geprüft. Das mögliche Joint-Venture zielt auf den Kraftwerkmarkt in Deutschland, England und den Benelux-Staaten ab. Doch eine Zusammenarbeit in derartigen Dimensionen ruft natürlich auch das Kartellamt auf den Plan.

Warum ist das Joint-Venture problematisch?

Momentan ist es noch ein Leichtes, einen Stromanbieter Preisvergleich bequem im Internet durchzuführen und sich dann für einen regionalen, billigen Anbieter zu entscheiden. Das ist aber nur möglich, weil das Angebot noch nicht gänzlich von den vier großen Energielieferanten beherrscht wird. Es handelt sich dabei um RWE, EON, Vattenfall und EnBW. Grundsätzlich befürchtet man, dass diese vier Anbieter ihre Marktstellung noch weiter ausbauen werden und es somit zu einer erheblichen Verschlechterung des Wettbewerbes kommen wird. Das kann auch negative Auswirkungen für die Verbraucher haben, sollten zum Beispiel die Preise danach angehoben werden.
Und jetzt wurde auch noch angekündigt, dass RWE darüber nachdenke, eine Partnerschaft mit dem russischen Energieriesen Gazprom einzugehen. Beide Unternehmen wollten sich bei der Prüfung dieser Partnerschaft drei Monate Zeit lassen. Das Bundeskartellamt beäugt das Geschehen dagegen eher skeptisch. Momentan sind die Einzelheiten dieser Zusammenarbeit noch derart ungeklärt, dass man sich noch nicht einmal sicher sei, ob nun die Wettbewerbshüter in Deutschland oder die Kommission in Brüssel für den Fall verantwortlich sein wird.
Der Zusammenschluss eines marktbeherrschenden Stromanbieters und eines marktbeherrschenden Gasversorgers sorgt vielerorts für Furcht und Schrecken. Die Absichtserklärung wurde bereits Mitte Juli von den Vertretern der beiden Unternehmen unterzeichnet und viele Marktbeobachter prophezeihen eine baldige Zusammenarbeit. Angesichts des von der Bundesregierung angestrebten und vom Bundestag beschlossenen Atomausstiegs, der als Teil der Energiewende übrigens partiell ebenfalls zur Verschlechterung des Wettbewerbes beiträgt, ist ohnehin davon auszugehen, dass in Deutschland die Energieversorgung mit Gas ein lukratives Geschäft darstellen wird und das ist sicherlich auch einer der Gründe, warum sich Gazprom auf den deutschen Energie-Markt drängt.
Man kann nur hoffen, dass uns der freie Stromanbieter Preisvergleich auch in Zukunft noch ermöglicht wird.