Published by admin on 06 Jul 2010 um 11:26 am
Neue Gas-Pipeline in Bulgarien
Bulgarien möchte unabhängiger von den russischen Energielieferanten werden. Der osteuropäische Staat plant den Bau einer neuen Gas-Pipeline mit Verbindungen nach Griechenland, Rumänien, der Türkei und Serbien. Dies geht aus einer am Montag vorgestellten Energiestrategie des Landes hervor.
Bis Ende des Jahres 2013 sollen die Bauarbeiten an der neuen Pipe-Line abgeschlossen sein. Ab dem Zeitpunkt der Fertigstellung könnte dann Gas aus Aserbaidschan importiert werden. Zudem ermöglicht die neue Pipe-Line die Einfuhr von Flüssigerdgas aus Algerien, Ägypten, Oman und Nigeria.
Neben diesem Projekt sucht Bulgarien nach westeuropäischen Investoren für den gegenwärtig gestoppten Bau eines Atomkraftwerkes in Belene. Aus diesem Grund soll Ende des kommenden Jahres eine Elektrizitätsbörse abgehalten werden.
Experten der Energiebranche rechnen damit, dass der Entwurf zur neuen Energie-Strategie Bulgariens in kürze bewilligt werden wird. Bulgarien bezieht die im Land verbrauchte Energie in etwa zu 70 Prozent aus dem Ausland. Hauptsächlich wird Gas aus dem Nachbarland Russland bezogen. In den kommenden Jahren möchte Bulgarien seine Abhängigkeit von den russischen Gasimporten verringern. Darüber hinaus ist das Land bestrebt, seinen Energieverbrauch in den nächsten Zehn Jahren um die Hälfte zu senken. Gegenwärtig hat Bulgarien den höchsten Verbrauch an Energie innerhalb der Europäischen Union.
Die bulgarische Regierung hatte bereits letzte Woche beschlossen, die bestehenden Verträge mit dem russischen Gaslieferanten Gasprom einer juristischen Überprüfung zu unterziehen. Im Land selbst waren in letzter Zeit die Preise für Gas stark angestiegen.