Published by admin on 22 Feb 2010 um 11:57 am
Ende des Konflikts zwischen Gazprom und E.on
Ende letzter Woche kam es nach Monaten der Verhandlung endlich zu einer Einigung im Gasstreit zwischen Gazprom und E.on. Seit Ende letzten Jahres verhandelten die beiden Energiekonzerne über neue flexiblere Lieferbedingungen für E.on. Der deutsche Konzern hatte im letzten Jahr Probleme die Mindestabnahmemenge Gas auf den europäischen Märkten los zu werden, da die Nachfrage niedrig und das Angebot groß war. In den ersten neun Monaten hatte der Konzern deswegen Gewinneinbrüche und ein Drittel weniger Einnahmen als zur selben Zeit im Jahr davor.
Gazprom hat sich nun bereit erklärt E.on entgegen zu kommen und die Lieferbedingungen flexibler zu gestalten. Es soll in Zukunft keine Mindestabnahmemengen mehr geben und die Liefermengen sollen sich nach der Nachfrage auf den Gasmärkten richten. Ein Teil des Gaspreises soll in Zukunft sogar an den Spotpreis gekoppelt werden und nicht mehr an den Ölpreis.
Die Ölpreisbindung sorgt schon seit langem für Furore und Kritiker sind der Meinung, dass es keinen Grund dafür gibt, dass der Gaspreis dem Ölpreis folgt. Ursprünglich wurde die Ölpreisbindung deshalb ins Leben gerufen, um dafür zu sorgen, dass Erdgas und -öl nicht in Konkurrenz geraten, da die Förderer von Öl meistens auch die Förderer von Erdgas sind. Mittlerweile besteht diese „Gefahr“ aber nicht mehr und somit gibt es eigentlich auch keinen Grund mehr für die Ölpreisbindung. Dennoch folgt der Erdgaspreis mit einiger Verzögerung dem Erdölpreis, unabhängig von der Lage auf dem Gasmarkt.
Gazprom zeigt sich von einer anderen Seite
In den letzten Jahren hatte Gazprom vor allem wegen der vielen Konflikte mit der Ukraine oder Weißrussland auf sich aufmerksam gemacht. Als Folge dieser Konflikte hat Gazprom immer die Gaszufuhr gestoppt oder stark eingeschränkt und nicht selten beeinträchtigte das auch die Gaszufuhr nach Europa. Mit seinem Einlenken im Konflikt mit E.on hat Gazprom allerdings bewiesen, dass es auch bereit ist mit seinen Lieferpartnern zu kooperieren anstatt zu streiten.